Am 9. Mai 2012 machten Schülerinnen und Schüler des Jugendforschungszentrums AEROSPACE LAB Herrenberg im Rahmen des Projekts „Laborführerschein“ einen Ausflug der besonderen Art. Zusammen mit ihren Betreuerinnen Astrid Mayer-Kassel,  Darleen Schäfer, Annika Gack und Angie Voggenreiter  tauchten sie ab in den Mikrokosmos, in die Welt der tausendstel Millimeter im Rasterelektronenmikroskop (REM) und im Computertomographen (CT) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart.

Glühwendel in 500-facher Vergrößerung

Aufregend wurde es schon Wochen vorher, als Enrico Klatt, Wissenschaftler am DLR und Experte am REM, den Schülerinnen und Schülern mitteilte, dass sie ihre Proben selbst aussuchen dürften, aber auch sorgfältig vorbereiten müssten. Nach wochenlangen lebhaften Diskussionen hatten die Kids die Proben für das REM Tage vor dem Termin am DLR  festgelegt, gesäubert und getrocknet: ein Milchzahn, eine Feder, ein Haar mit Spliss und eine tote Fliege. Was am CT zu sehen sein würde blieb bis zum Schluss eine Überraschung.

Fliegenauge in 2000-facher Vergrößerung

Und dann war es soweit. Mit großen Augen verfolgten die Schüler, als Enrico Klatt die Proben mit Platin bedampfte und sie dann nacheinander in das komplizierte Elektronenmikroskop einsetzte. Die Feder zeigte ihre kleinsten Strukturen, Härchen und Häkchen. Das Haar gab seine Spaltung überdimensional preis. Die Fliege starrte die Kids mit riesigen Facettenaugen an, deren Gleichmäßigkeit und Perfektion die Schüler als auch die Betreuer faszinierten. Und das Fliegenbein zeigte sich als Monster – mit seinen Härchen und seinen beiden Krallen. Der Zahn entpuppte sich als eine Ansammlung von kleinsten Prismen auf dem Zahnschmelz und einem gigantischen Loch, in das man einen tiefen Blick werfen konnte. Angesichts dieser faszinierenden Bilder wich das anfängliche Staunen einer regen Diskussion und unzähligen Fragen, die Enrico Klatt gewürzt mit kleinen Geschichten ebenso lebhaft beantwortete.

Und dann ging die Reise im Computertomographen in die dreidimensionale Welt des Kleinsten weiter, begleitet von Raouf Jemmali, der Meister des CT am DLR . Bis in tausendstel Millimeter kleine Details tauchten die Kids entlang der virtuellen Wanderung durch einen Käfer ein. Filigranste Strukturen des Käferkörpers zeigten, dass die Natur den Leichtbau viel besser beherrscht, als die besten Ingenieure und Wissenschaftler.  Winzige elektronische Bauteile wie ein LED erscheinen als überdimensionale Gebilde, die man erst auf den zweiten Blick erkennt. Und zum Abschluss warfen die Kids noch einen Blick in ein (natürlich unversehrtes) Kinderüberraschungsei. Und es war wirklich eine Überraschung, dass sich im Inneren ein kleines Flugzeug befand. Das passte zum DLR und zum AEROSPACE LAB. „Das  war ein klasse Tag“, bemerkte einer der Schüler zum Abschluss. „Und der Flieger war auch noch ein Airbus“, stellte er erfreut fest.

„Milchzahn mit Loch“ eines Schülers des Projektes „Laborführerschein“ in 100-facher Vergrößerung

Die Teilnehmer des Kernprojektes „Laborführerschein“ sind Schülerinnen und Schüler  der Jerg-Ratgeb Realschule, Theodor-Schüz-Realschule, dem Andreae Gymnasium und dem Schickhardt-Gymnasium. Das Projekt wird von Frau Astrid Mayer-Kassel und Darleen Schäfer geleitet und betreut.

Das Jugendforschungszentrum AEROSPACE LAB Herrenberg-Gäu e.V. ist eine gemeinnützige Initiative zur Begeisterung von Jugendlichen für Technik, zur Förderung von technikbegeisterten Jugendlichen und zur Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs in Kooperation mit der Universität Stuttgart, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Helmholtz Gemeinschaft  Deutscher Forschungszentren e.V. (HGF).

Unser „Laborführerscheinteam“