6. Mai, frühmorgens um sieben. Trotz der frühen Stunde stiegen 28 Schüler und Betreuer des AEROSPACE LAB Herrenberg mit Vorfreude und Spannung in den Bus. Das Ziel: Augsburg. Zum ersten Mal besuchten sie ihren Sponsor, die Firma MT Aerospace in Augsburg, auf Einladung des Technologievorstands Dr. Wolfgang Konrad. Mit von der Partie waren die Schüler und Betreuer der Teams Mikrosatelliten und Fluglabor, sowie Frau Astrid Meyer-Kassel, Herr Hans-Joachim Drocur, Herr Klaus Hinkel (alle im wissenschaftlich-technischen Beirat des AEROSPCE LAB, Angie Voggenreiter (operative Leitung AL) und Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler, der Schirmherr und 1. stellvertretender Vorsitzender des AEROSPACE LAB ist.

Gleich nach der Ankunft zog Vertriebsleiter Herr Pernpeintner die Teilnehmer durch Präsentationen und Filme zu den Technologieschwerpunkten der Firma MT Aerospace in seinen Bann. Beim anschließenden Rundgang durch die Firma konnten sie dann Luftfahrt und Raumfahrt im Original erleben. Schüler und Betreuer staunten, als sie vor den riesigen Gehäusen der Feststoffraketen der europäischen Rakete Ariane 5 standen. Ein Stahlring wird in riesigen Walzanlagen solange gewalzt, bis die Wandstärke gerade noch 8 mm beträgt, seine Länge aber auf 24 Meter und sein Durchmesser auf 3 Meter angewachsen sind. Und aus dem Staunen kamen Jung und Alt nicht mehr heraus, als sie erfuhren, dass der Boden für den Haupttank des Zentraltanks der Arianerakete nur durch das Beschießen mit kleinen Stahlkugeln in seine Halbkugelform gebracht wird. Immerhin messen diese Halbschalen im Durchmesser mehr als fünf Meter. „Es ist faszinierend zu erleben, wie dieses Wunderwerk der Technik mit bodenständigen Herstellverfahren hergestellt wird“, merkte OB Sprißler begeistert an. Der weitere Weg durch die Hallen führte vorbei an Versorgungstanks, die für die  Airbus-Flotte hergestellt werden, Hitzeschutzsysteme und andere wichtige Komponenten für die Arianerakete und für das Automated Transfer Vehicle, ATV. (Das ATV versorgt die internationale Raumstation mit Betriebsstoffen und mit Lebensmitteln für die Astronauten). Auch die Technik für die Luftfahrt begeisterte die Jungforscher. Besonders die mit Kohlefaser verstärkten Kunststoffe hatten es ihnen angetan. Dass man aus einer Kohlefaser, die dünner ist als ein menschliches Haar, extrem leichte und stabile Tanks für den Airbus bauen kann, hätte keiner der Teilnehmer geglaubt. Entsprechend neugierig waren die Fragen der Jungs und Mädchen.

Gestärkt mit Bergen von Spaghetti  aus der Betriebskantine, schloss  die Gruppe den faszinierenden Rundgang ab. Mit einer Fragestunde beendete Herr Pernpeintner den Besuchstag.  „Das war klasse“, tönte es unisono bei der Rückfahrt im Bus. Und selbst die Betreuer, gestandene Ingenieure, Doktoranden und die Begleitpersonen konnten heute erstmalig Luft- und Raumfahrttechnik erleben, die sie aus Büchern oder aus der Vorlesung kannten. Es war ein rundum gelungener Tag. Der Dank dafür gebührt MT Aerospace.

MT Aerospace, mit Hauptsitz in Augsburg, ist mit seinen 700 Mitarbeitern eine der wichtigsten Zulieferfirmen der Luft- und Raumfahrt in Deutschland. Sie stellt wichtige Komponenten für die Luft- und Raumfahrt her. Für die Ariane 5 ist MT Aerospace größter Zulieferer außerhalb Frankreichs.